Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist der Einsatz für den Erhalt von Streuobstwiesen und alten, vor allem lokalen und regionalen Obstsorten. Die Gruppe pflegt selbst mehrere Streuobstwiesen im Landkreis. Im September 2009 kartierten wir alte Mostbirnbäume rund um den Potzberg und sammelten mehr als 150 Fruchtproben, die anschließend analysiert wurden. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis "Historische Obstsorten der Pfalz-Elsass-Kurpfalz". Erste fruchtbare Ergebnisse liegen vor. Das Projekt wird in diesem Jahr fortgeführt und erste Sorten sollen bereits vermehrt werden. Am 07.11.2009 pflanzten wir für die Gemeinde Neunkirchen am Potzberg ein Bäumchen der seltenen "Neunkircher Scheibenbirne", eine von uns lokal entdeckte Mostbirnensorte (Foto unten).
Im Kreis Kusel suchen wir noch weitere Mitarbeiter für das Mostbirnen-Projekt.
Die BUND-Aktion "Abenteuer Faltertage" unterstützten wir auch in diesem Jahr wieder und wir wollen uns etwas näher mit der Wildkatze befassen, die auch in unserem Landkreis zu finden ist.
Unsere Arbeit als "Wasserläufer" an Bosenbach, Breitbach (Foto unten), Reichenbach und Lauter wurde 2009 abgeschlossen. Dabei wurden wir von dem Gewässerökologen des Büros ProLimno in Rehweiler unterstützt. Ergebnisse des Projekts liegen bereits in veröffentlichter Form vor.
Geplant sind in diesem Jahr neben den laufenden Projekten u.a. eine Vogelstimmenwanderung, einen Vortrag über die Wildkatze, die Teilnahme am Geo-Tag der Artenvielfalt, der Besuch einer Bioanlage, die Verköstigung von Bio-Sommerweinen, eine Fahrradtour durch das mittlere Glantal und ein Obstwochenende. Schauen Sie doch mal in unseren Terminkalender oder nehmen Sie mit uns Kontakt auf...
Ihre BUND-Kreisgruppe Kusel
RHEINPFALZ-Artikel vom 11. November 2009, Lokalteil Kusel
Ehre für alten Birnbaum
Neunkirchen: Sortenbezeichnung "Scheibenbirne"
Das hätte sich der alte Birnbaum in der Ortsmitte von Neunkirchen an der Ecke Haupt- und Kirchbergstraße nicht träumen lassen, dass er eine genaue Sortenbezeichnung - wenn auch nur inoffiziell - erhalten würde: Neunkircher Scheibenbirne.
Als die Gemeinde auf diesem Gelände im Herbst des vergangenen Jahrs aus Sicherheitsgründen einige morsche Obstbäume fällte, war Jan Fickert von der Kreisgruppe Kusel des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) besorgt, es könne auch diesen schönen großen Birnbaum treffen. Nachforschungen ergaben, dass es sich um einen alten, seltenen Obstbaumtyp handelt.
Die Sorge der Umweltschützer um den Baum war aber völlig unbegründet. Wie Ortsbürgermeister Max Rübel mitteilte, will die Gemeinde die Streuobstwiese als Grünfläche in der Ortsmitte mitsamt dem alten Birnbaum erhalten und hat diese schon mit neuen Pflanzungen ergänzt. Darüber hinaus hat sie die Umweltschützer aufgefordert, Baumpaten zu werden, was sich diese nicht zweimal sagen ließen. Am vergangenen Samstag fanden sie sich in Neunkirchen ein mitsamt einem kleinen Birnbaum, der mit Zweigen der "Neunkircher Scheibenbirne" veredelt worden war.
Im Rahmen einer improvisierten Feier nach der Pflanzung, bei der Rübel auch den Heimatdichter August Becker bemühte, schenkte er ein Zwetschgenwasser aus und mutmaßte, dass in Zukunft die Gemeinde vielleicht auch ein Destillat von der "Neunkircher Scheibenbirne" anbieten könnte. (qur)
Schönbär: Schmetterling des Jahres 2010
Die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben den Schönbär (Callimorpha dominula) zum Schmetterling des Jahres 2010 gekürt. Für die Jury ist der Schönbär im Internationalen Jahr der Biodiversität ein Symbol für die Vielfalt der Natur und ihrer zunehmenden Bedrohung. Er gehört zu den wenigen Nachtfalterarten, die auch tagsüber aktiv sind. Seinen Namen verdankt er seiner auffälligen Färbung und seiner „bärenartigen“ Behaarung als Raupe. Der Falter ist auf lichte und feuchte Wälder angewiesen, die durch intensive Forstwirtschaft und die Trockenlegung von Kleingewässern im Wald immer seltener werden. Das Mähen von Wegrändern und Bachufern zerstört außerdem die Pflanzen, auf denen seine Raupen leben.
Die dichte Behaarung der Raupen schützt vor Fressfeinden, die ihre Beute so nur schwer fassen können. Droht dem Falter Gefahr durch Vögel, zeigt er seine leuchtend roten Hinterflügel, die auch im Flug gut zu sehen sind. Damit signalisiert er, ungenießbar zu sein. In der Ruhestellung legt der etwa fünf Zentimeter große Schmetterling seine schwarzen Vorderflügel mit den gelben und weißen Flecken dachförmig übereinander und ist damit gut getarnt.
Die Schmetterlinge saugen im Juni und Juli Nektar an Disteln und anderen Blüten. Die Weibchen legen ihre Eier an verschiedene Pflanzen wie Brennnessel, Taubnessel, Hahnenfuß oder Himbeere ab. Im August schlüpfen die Raupen, die im Laub überwintern und sich Ende Mai in der oberster Erd- oder Krautschicht verpuppen.
Mit dem seit 2003 gekürten „Schmetterling des Jahres“ will die vom nordrhein-westfälischen Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegründete Stiftung auf die Bedrohung natürlicher Lebensräume für Schmetterlinge und anderer Tier- und Pflanzenarten aufmerksam machen. Insgesamt gelten bis zu 80 Prozent der heimischen Falter als bedroht. Auch die Kampagne „Abenteuer Faltertage“ des BUND, die seit 2005 jährlich durchgeführt wird, dient dem Schutz der Schmetterlinge. Dabei werden unter Mithilfe der Bevölkerung leicht erkennbare Schmetterlingsarten gezählt.
Gefährdung: Der Schönbär hat eine sehr lokale Verbreitung. Einige Bundesländer führen ihn in der Vorwarnstufe der Roten Liste. In Hessen und NRW beispielsweise gilt er als stark gefährdet (Stufe 2). Insgesamt ist der Bestand der Art in Deutschland in den letzten drei Jahrzehnten stark zurückgegangen.
Hilfsmaßnahmen: Naturschonende Waldbewirtschaftung, Gewässer erhalten und nicht trocken legen, Erhalt von Hochstauden wie Brennnesseln und Disteln.
Druckfähige Fotos von Ei, Raupe, Puppe und ausgewachsenem Schmetterling finden Sie kostenlos im Internet unter: www.bund-nrw-naturschutzstiftung.de/schmetterling2010.htm
Pressekontakt: Dr. Jochen Behrmann, Geschäftsleiter des BUND-NRW, Tel. 0211-302005-14, Email: jochen.behrmann@bund.net